Sklavenhaus Crispus

Sklavenhaus Crispus

Mittwoch, 18. Juni 2014

Ein Schlag ins Gesicht




Es war spät, viel zu spät, als sie endlich den Weg in ihr Bett zu Gaius findet, er schläft bereits und wusste von all dem nichts. Sie hatte ihn wecken wollen vor einigen Stunden, um ihm alles zu erzählen, doch eigentlich wollte sie erst einmal allein sein, allein mit diesem neuen Gladiator, welcher sie eigentlich zum Hafen begleiten sollte und wie ein beschützender Schatten ständig in ihrer Nähe war.
Doch zum Hafen kam sie erst gar nicht, auf dem Weg dorthin kam ihr Illarion entgegen, ihr geliebter und einziger Bruder, dabei hatte er Aurora. Ohne Umschweife erklärt er ihr, dass Aurora nun seine Gefährtin sei, er seine Sachen und die Sachen von Fauna( Lucias und Illarions Mutter) nun aus dem Ludus holen würde. Er fand noch einige verletztende Worte für sie, sagte, dass er Dinge gehört hätte, was auch immer er damit meinte, Lucia hatte keine Ahnung.

Illarions harte Worte prasselten wie Steinschläge auf sie nieder und ein scharfes spitzes Messer bohrt sich in ihr Herz. Sie schaffte es gerade mal zwei Worte dazu zu sagen "in Ordnung", zu mehr fehlte ihr die Kraft. Sie sieht in seinen Augen, dass er glücklich ist, obwohl er gerade wütend auf Lucia zu sein schien.
Gut , nun waren sie Gefährten, Aurora und ihr Bruder Illarion, obwohl so vieles dagegen sprach, doch Lucia wollte immer nur, das er glücklich wird, sie kannte ihn gut genug, wusste, wie sensibel und empfindsam er ist, man konnte es erahnen, wenn er seine Laute spielt oder seine Verse vorträgt.

 Noch am Tag zuvor hatte sie Fauna, ihrer Mutter gesagt, dass sie keine Einwände mehr hatten gegen diese Verbindung, Gaius und sie, weil Lucia spürte, wie ihre Familie von innen zu zerbrechen drohte, und Familie geht Lucia über alles. Und auch wenn Gaius da rationaler war, Familie stand auch bei ihm ganz oben. Und dass sie diese Frau, nach allem, was bisher wussten, nicht in ihrem Haus haben wollten, ist nachvollziebar.

Umso mehr wundert und schmerzt es Lucia, dass auch ihre Mutter sich von ihr abgewandt hatte, ihre eigene Mutter. Und beide haben den Worten von Fremden geglaubt, ohne die ihrer Familie überhaupt erst anzuhören.

 Etwas in Lucia drängte nach draussen, kämpfe, kläre das, kämpfe um die, die du liebst und zeige ihnen, dass es nicht wahr ist, was auch immer ihnen zu Ohren gekommen ist. Die Stadt ist voller Neider und jeder bedacht auf seinen Vorteil, Illarion und Aurora stehen bei einigen von denen nun tief in der Schuld.
Denn eines lag auf der Hand, niemand bürgt einfach so aus Nächstenliebe für eine kastenlose heimsteinfremde Frau, es sei denn, man erwartet eine Gegenleistung. Lucia geht in Gedanken die Häuser durch, welche Gaius und ihr nicht wollgesonnen waren und so werden die Puzzleteile langsam zu einem Bild.

Doch in Lucia ist etwas gestorben, sie sieht sich ausser Stande zu kämpfen. Vedius, der Gladiator hört ihr zu, draussen an der Stadtmauer, er will ihr helfen, will ihr Mut machen, ihr sagen was er tun würde. Ja, wenn es nicht um sie selbst gehen würde, würde sie genau das jedem anderen raten und der Plan war gar nicht mal schlecht. Doch Lucia war müde und zutiefst verletzt, für was sollte sie kämpfen?  Für einen Bruder, welcher sie bei einem grossen Sturm vom Schiff fallen und ertrinken lässt? Ihre Mutter steht zu Illarion, so handeln Mütter und Lucia hatte Verständnis dafür, auch wenn es schmerzte. Sie selbst, sie hatte ja Gaius, gehört nun zu ihm.
Und zu diesem legt sie sich nun, schmiegt sich eng an ihn, um die grosse Leere in sich zu verdrängen, sein gleichmässiges Atmen gab ihr etwas Wärme, sie dachte einen Moment an Illarion und lächelt, weil er nun glücklich ist und irgendwann kann sie auch schlafen.


Kommentare:

  1. Gaius sagt:

    Man muss es praktisch sehen - haben wir wieder mehr Platz im Haus :-) Gaius hatte ja eh schon angekündigt, die rauszuwerfen und zu verstoßen und nicht zu bürgen für Ill's Heimsteinschwur… Wobei ich mich inzwischen Frage: Sehe ich was falsch, wissen alle anderen mehr, oder ist meine Perspektive verkehrt oder eine Verschwörung im Gang? Ganz Victoria jubelt und freut sich scheinbar - und ich bin der Einzige, der als Familienoberhaupt sagt: Eine Kastenlose Hausangestellte, die sich zudem anderen an den Hals geworfen hat, kann man nicht ehrenvoll und nicht ohne das Ansehen des Hauses zu beschädigen, zur Gefährtin nehmen? *grübel*

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  2. Ganz klar eine Verschwörung, ganz klar...! Du mußt umdenken und das so sehen: Sie ist ja jetzt nicht mehr kastenlos...
    Schnute :D

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  3. doch isse noch, muss trotzdem noch antrag stellen

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