Sklavenhaus Crispus

Sklavenhaus Crispus

Freitag, 13. Juni 2014

Verrat, Schande und geflügelte Worte von Ehre


Gaius war aufgebracht, als er von den Plänen Illarions hörte, die Hausangestellte kastenlose Aurora zur Gefährtin zu nehmen, und das auch noch in Windeseile, und Lucia war wie vor den Kopf gestossen.
 Als sie am Abend während des Besuches des Prätors Quintus und seiner Nichte Lycia auch noch erfuhr, dass Aurora zeitgleich Quintus um ihren Finger gewickelt hatte, kam noch der schmerzende Schlag ins Gesicht dazu. Ausgerechnet Aurora spielt ein doppeltes Spiel. Lucia hatte diese stille und sanfte Frau bereits in ihr Herz geschlossen, sie sich gegenseitig Dinge anvertraut, doch nun stellt es sich für sie so dar, dass Aurora sich nur in ihr Haus geschlichen hatte, um ihrem Ziel hier in Victoria schnell einen Gefährten zu finden, wen auch immer, Hauptsache aufsteigen.
Als Aurora Gaius über den Weg läuft, sah und roch sie wohl den Ärger und zog es vor, sich erstmal aus dem Staub zu machen. Irgendwann spät am Abend nach einem langen ereignisreichen Tag, Lucia hatte ihre 'Lieblingscousine' Melina in Empfang genommen, und deren Kampfsklaven Helios in Priscus Obhut zur Ausbildung gegeben, bemerkte Lucia, dass Aurora nicht da war, und auch sonst fand sie keine Anzeichen dafür im Haus, dass sie je dagwesen war.

Gaius eh schon angekratzter Gemütszustand verschlimmerte sich noch, als dieser das noch mit Aurora und Quintus erfuhr. Er warf Lucia so einiges vor, ihre Familie würde ihm den gerade eingeschlagenen Weg in den Hohen Rat verbauen mit dieser Geschichte. Quintus musste ja damit rechnen, dass Gaius von all dem wusste und sich veraten vorkommen. So erwartet Gaius nun von Lucia, dass sie die Dinge in die richtige Richtung bringt, ihren Bruder Illarion dazu bewegt, diese folgenschwere Gefährtenschaft nicht einzugehen, und Gaius selbst würde sich Aurora vorknöpfen und er wollte nach Lucias Rat auch Quintus aufsuchen, um sich vor diesem von dieser Sache zu distanzieren.

Da die Luft im Hause Crispus so dick war, dass man sie kaum atmen konnte, ohne daran zu ersticken, beschlossen Gaius und Lucia hinunter zum Hafen gehen, und was sie dort sahen und wen sie dort trafen, setzte Allem noch die Krone auf.
 Das Haus Atticus, zu welchem sie sowieo ein gespaltenes Verhältnis hatten, auf Grund dieser dummen Geschichte mit der Sklavin 236, hatte sein vor Tagen gegebenes Versprechen, diese gefährliche bewaffnete Betrügerbande von dem Schiff hochgehen zu lassen, natürlich nicht eingelöst. Dabei hatten sie alle nötigen Informationen, Beschreibungen, die sie dafür brauchten, denn Lucia hat mit Hilfe von Rarius Benendicus und Sklavin Taisa tagelang recherchiert. Man vermutete sogar, dass es sich bei der kürzlich gefundenen Leiche um ein Beatzungsmitglied dieses Schiffes handelt.
 Lucia hatte es geahnt, warum sollte Sergius Atticus daran gelegen sein, den kleinen Betrüger zu schnappen, stellte das doch seine Ehre in Frage und für Lucia war klar, dass die Leiche selbiger sein musste.
So löst also das Haus Atticus seine Probleme, und dabei hatte Lucia diesem Onkel von Sergius, Valerius jedes Wort geglaubt.
Valerius, irgendwann stand er vor ihr, um mit ihr über einige Dinge zu sprechen, unter anderem auch über Sergius und diese unschöne Geschichte, welche schon lange nicht mehr um den Diebstahl irgendeiner Sklavin ging, sondern um die Ehre des Hauses Crispus, welche Sergius öffentlich anzweifelte. Valerius versprach, die Sache würde ohne grosses Aufsehen bereinigt werden, doch wurde bisher weder das bereinigt, noch die Hafenbande geschnappt.
Lucia war enttäuscht, Valerius war ein reifer, doch stattlicher Mann, attraktiv und er war ihr sofort symphatisch. Doch was sie letztendlich aus ihren güldenen Sandalen gehauen hatte, war sein Reden über Ehre. Schon lange nicht mehr war sie jemandem wie ihm begegnet, der Ehre über alles stellte, auch wenn es hintenrum einfacher wäre. Nein, Valerius schien anders, geradezu einzigartig, besser hätte ihr von der Muse geküsster Bruder Illarion es nicht in seinen Versen ausdrücken können, wie Valerius über Ehre sprach.
Lucia war  so beeindruckt, dass sie sogar ihre eigenen Verhaltens-und Denkweisen in Frage stellte, ehrbar sein, das war doch was.
 Ja, und Valerius schien sie auch zu mögen, oft war er ihr einfach plötzlich zu nah oder es gab einen etwas zu intensiven Blick in ihre Augen. Letztendlich ging er wegen der "Ehre"  und liess sie völlig durcheinander zurück.

Doch nun wusste sie mehr, sie hatte sich blenden lassen von diesem Ehrgefasel aus dem Hause Atticus, was auch immer sie damit bezweckten, und es war ihr unangenehm, festzustellen, dass sie so töricht gewesen war, das alles zu glauben. Hauptsache Gaius erfuhr nichts davon, wie offenherzig sie mit Valerius über alles gesprochen hatte.

Kommentare:

  1. Gaius sagt:

    Ehre? Schall und Rauch. Diese Rotkastigen reden immer alle jede Menge kariertes Zeug darüber und dozieren es sich schön, dass es jeweils ehrenvoll sei, für diese und jede Aufgabe in den Krieg zu ziehen gegen die Bösen und für ihren Heimstein. So weit, dass die Bösen ebenfalls für eine ehrenvolle Aufgabe und ihren Heimstein in den Krieg ziehen und es folglich mindestens einen geben muss, dessen Ziele nicht ehrenvoll sein können, denken die erst gar nicht. Ich sage ja immer: Lass sie reden, bezahlen müssen sie in der Kneipe am Ende doch alle mit Silber statt mit Stahl – und es haben immer noch alle die Hand aufgehalten, wenn sie im Haus Crispus in den Wachdienst wollen!

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    1. Gaius ergänzt:

      Übrigens hast du vergessen, das zu allem noch Schwester Tiberia plötzlich in roten Sachen rumrennt, um sich einen aus der Kriegerkaste zu angeln, obwohl ganz was anderes für sie vorgesehen ist. Und bockig ist! Und Schwiegermutter Fauna ihrem dichtenden Harfenisten_Sohn auch noch den Segen gibt, eine kastenlose Schlampe als Gefährtin zu nehmen, die in meinem Haus als Zugehfrau arbeitet! Gearbeitet hat, offenbar - aber Gaius hätte sie eh rausgeworfen, damit Illarion auf andere Gedanken kommt und der Prätor sieht, dass Crispus solche Fisematenten nicht stützt!

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  2. ja, da fehlt noch so viel :), ich habe schnell in der Mittagspause

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  3. Irgendwie fehlt es mir ja doch, die Abende voller Ruhm und Ehre und die siegreichen Arer Truppen....
    Viel Spass wünsch ich euch.

    Liebe Grüße
    Valerius Septimus aka Rikka

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    1. Rikka! Ruhm und Ehre können wir nur in der Ar…ena bieten. Aber grad ist ne Stelle als Haushälterin frei geworden ;-)

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  4. Das wäre wie einen Film gucken wollen und sich mit dem Trailer zufriedenzugeben ;-)

    Rikka

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    1. Jaaa, aber wenn der olle Film halt nirgends läuft, dann vermittelt so ein Trailer wenigstens nen Eindruck…

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